Immun gegen AIDS? Ja, durch ein schützendes Gen!

Kann man gegen AIDS bzw. eine Infektion durch HIV-Viren immun sein? So erstaunlich es für den Laien klingt, in Westeuropa sind 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung gegen das HIV-Virus genetisch widerstandsfähiger bis weitgehend immun. Dies besagen internationale wissenschaftliche Untersuchungen und wird auch von der Deutschen Aids-Hilfe bestätigt.

Träger des Resistenz-Gens besitzen ein geringeres Risiko als Menschen ohne dieses spezielle Gen, an der Immunschwächekrankheit AIDS zu erkranken.

Schaffen Sie mit dem CCR5 Test Klarheit, ob auch Sie ein schützendes Gen in sich tragen! Lassen Sie sich testen!

 


Wie kommt die Resistenz gegen HIV und AIDS zustande?

HI-Viren brauchen einen Rezeptor um in die Zelle einzudringen und sie zu infizieren. Dieser Rezeptor ist in den meisten Fällen ein Protein an der Oberfläche von sogenannten Makrophagen und Lymphozyten (Abwehrzellen des Menschen), das „CCR5“ Protein. Personen, die eine Mutation, genannt Delta 32 Deletion tragen, produzieren ein verändertes CCR5-Protein, welches HIV-Viren nicht als Rezeptor nutzen können; folglich kommt es meist nicht zur Infektion, da der „Schlüssel“ der HIV-Viren nicht ins „Türschloß“ passt.

Die Ursache dieser HIV-Resistenz, die Mutation des Gens CCR5 („CCR5 Polymorphismus“) im menschlichen Erbgut, hat sich nach bisherigem Forschungsstand während des in Mitteleuropa grassierenden „Schwarzen Todes“ herausgebildet. Dessen unbekannter Erreger, der Europa im Mittelalter in mehreren Wellen überflutete, hat rund 25 Millionen Menschen das Leben gekostet und ganze Landstriche entvölkert.

Individuen mit dieser Mutation mussten einen deutlichen Überlebensvorteil gehabt haben.
Die Anwesenheit der Mutation hat für dessen Träger keinerlei Krankheitswert und es handelt sich dabei nicht um eine krank machende Mutation, sondern um eine genetische Immunität. Es zeigt also kein fehlerhaftes Gen an, sondern im Gegenteil ein schützendes Gen, welches angeborene Immunität gegen HIV und AIDS vermittelt.

Jeder von uns trägt zwei Kopien der meisten unserer Gene, eine von der Mutter, die andere vom Vater. Beim CCR5 Delta 32 Polymorphismus handelt es sich um einen sogenannten autosomal dominanten Erbgang, d.h. die Vererbung von nur einem Elternteil genügt schon, um das besondere günstige Merkmal zu besitzen. Der Effekt der HIV-Immunität wird noch verstärkt bei Vererbung des Resistenzgens von beiden Elternteilen.


Die Bevölkerung lässt sich folglich in drei Gruppen einteilen:

  • Man trägt diese Mutation des Gens CCR5 nicht in sich (die Mehrheit der Menschen).
    Das Risiko, sich mit dem HIV-Virus zu infizieren und an AIDS zu erkranken, ist unvermindert hoch.
  • Die Mutation des Gens CCR 5 wurde durch einen Elternteil vererbt („heterozygot“, 10-15 Prozent der weißen Bevölkerung Europas.) Das sind allein in Deutschland etwa 12 Millionen Menschen.
    Bei Vererbung dieser Genvariante ist zwar eine HIV-Infektion möglich, jedoch seltener und der Ausbruch der Immunschwächekrankheit AIDS stark eingeschränkt bzw. verzögert. Ausserdem ist das Ansprechen auf Medikamente gegen AIDS besser.
  • Die Mutation wurde von beiden Elternteilen vererbt („homozygot“). 800.000 Menschen in Deutschland gehören dazu.
    Bei Vererbung der homozygoten Genvariante kommt es nur in sehr seltenen Fällen zu einer HIV-Infektion, selbst bei dauernder Exposition bzw. Kontakt mit HI-Viren bzw. HIV-positiven Personen. Eine Progression zu AIDS wurde hier nur in Ausnahmefällen, und mit sehr seltenen HI-Virus Varianten beobachtet, die den CCR5-Rezeptor nicht benötigen. Weltweit sind etwa nur 12 Fälle dokumentiert.

Seit einiger Zeit gibt es einen Test (Gentest), der die Mutation des Gens CCR5 in Ihrem genetischen Material (z.B. im Speichel) nachweisen kann. Dieser CCR5-Test ist nun nicht nur zu Forschungszwecken, sondern auch für alle Interessierten verfügbar und erschwinglich.

Schaffen Sie mit dem CCR5 Test Klarheit, ob Sie Träger einer HIV-Resistenz sind!
Denn jeder Achte hat sie!


Es gibt zahlreiche Gründe, seinen genetischen Status bezüglich HIV/AIDS-Resistenz zu kennen:

  • Jeder hat das Recht seinen genetischen Code zu kennen.
  • Sie arbeiten in einem Heilberuf, im Krankenhaus oder in der Kranken- bzw. Altenpflege oder sozialen Einrichtung und wollen für sich Sicherheit, ob für Sie ein normales oder geringes Ansteckungsrisiko besteht.
  • Sie leben gleichgeschlechtlich und möchten wissen ob Sie immun gegen HIV bzw. AIDS sind.
  • Sie planen eine Reise in ein HIV-Hochrisikogebiet, z.B. Teile Afrikas, Asiens (z.B. Kenia, Thailand, Philippinen, u.a.) bzw. arbeiten in einem dieser Risikogebiete.
  • Sie leben mit einem HIV-positiv getesteten Partner oder einer Partnerin zusammen und möchten das Ansteckungsrisiko besser einschätzen.
  • Sie sind selbst HIV-positiv und möchten wissen, ob Sie ggf. mit einer Zeitverzögerung bis zum Ausbruch von AIDS rechnen können. Ausserdem wollen Sie wissen welche Medikamente gegen AIDS bei Ihnen verabreicht werden dürfen und wie sie wirken. Dies ist massgeblich abhängig von Ihrem CCR5-Status.
  • Sie sind HIV-positiv und wollen wissen, ob die neuen CCR5-Rezeptor-Blocker bei Ihnen zur Therapie verabreicht werden können. Ihr CCR5-Genstatus ist davor unbedingt zu testen.
  • Sie wollen Knochenmark spenden und wollen wissen, ob Sie dem Empfänger mit Ihren Zellen nicht nur ein neues Leben, sondern zusätzlich vielleicht sogar Immunität gegen HIV/AIDS weitergeben können. Dafür können sich diejenigen, die HIV-resistent getestet wurden; freiwillig in das CCR5-Register für HIV-Resistenz eintragen lassen.
  • Sie sind schwanger und Sie oder Ihr Partner ist HIV-positiv und Sie möchten die Situation für Ihr Baby einschätzen können.

Achtung! Der Test ist kein Aids-Test (HIV-Test) und ersetzt keinen Aids-Test. Es ist ein HIV-Immunitätstest. Wir können mit diesem Test keine Infektion mit HIV feststellen, sondern lediglich ob Sie normal, vermindert empfindlich bzw. resistent gegenüber HIV-Viren reagieren würden, wenn Sie mit solchen in Kontakt kämen.

Die Bestimmung der CCR5-Mutation im eigenen genetischen Material sollte niemanden in hundertprozentiger Sicherheit wiegen oder zu leichtsinnigem Sexualverhalten ermutigen! Die üblichen Präventionsmassnahmen bzgl. Safer Sex gelten nach wie vor!

Dennoch kann sie ein sehr beruhigender Aspekt sein, da Sex im Kopf stattfindet (siehe Potenzstörungen bei seelischer Belastung) und daher kann die angeborene CCR5 Mutation sehr wohl unbeschwerteren Sex möglich machen; weiterhin kann für Beziehungen zwischen HIV-positiven und HIV-negativen Menschen, zwischen AIDS-Kranken und deren Pflegern und Fürsorgenden die Mutation beruhigend sein. Dazu gehören nicht nur Partner, sondern auch medizinisches Personal und Angehörige von Gruppen mit höherer HIV-Rate, sowie auch diejenigen, die eventuell mit Körperflüssigkeiten von HIV-Infizierten exponiert sein können (Reinigungspersonal, Polizei, Kindergärtner, Lehrer, Feuerwehr, Sozialarbeiter, Streetworker, Gefängnispersonal, Justizbedienstete) oder Personen, die längere Aufenthalte in Afrika und Ländern mit einem hohen Bevölkerungsanteil an HIV-Infizierten planen.

Nicht verschwiegen werden soll, dass HIV-positive Individuen auch mit der CCR5-Resistenz (CCR5-Polymorphismus) für andere Personen infektiös bleiben, dies jedoch nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand auf einem niedrigeren Niveau als die CCR5-negative Variante, da das Virus sich bei CCR5 Mutation nicht so gut vermehren kann. An dieser Stelle forschen Wissenschaftler noch, um mehr Erkenntnisse zu erhalten.
Ebenso wird daran geforscht für welche weiteren Infektionskrankheiten dieses Gen noch eine wichtige Rolle spielt. Dass es noch weitere gibt, daran besteht kein Zweifel mehr, zu nennen wären da z.B. die Pocken, West Nile Fieber und Hepatitis B, aber die Liste könnte noch viel länger werden.

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